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Nachtwindheim - Schöne Musik für schöne Menschen
(Vö: 02.03.2004)

01. Praeludium
02. Da que Deus
03. Bacche benevenias
04. We Band A Dee 10
05. Saltatio suum pastorum
06. Reez Miez Stringz



Wer glaubt, er habe schon alles gehört, was sich im Meer der mittelalterlichen Musik so tummelt, der hat sich ganz schön geirrt. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich bis dato noch nie etwas von den drei symphatischen Sachsen gehört hatte. Dafür war meine Begeisterung um so größer, als die ersten Töne aus meinen Boxen drangen.

Am Anfang etwas skeptisch und neugierig, denn der Titel lässt nicht sofort auf ein solches Spektakel schließen, lehnte ich mich zurück und tauchte ein in die Welt der Spielmannskunst. "Praeludium" eröffnet das Werk und so seltsam dieser Opener auch klingen mag, er hat auch seine Bedeutung. So soll nämlich der Legende nach Pluto klingen, wenn er für Mars die Pantoffel holt und dabei unter den großen Wagen gerät... Armer Pluto!
Und das war es dann auch schon mit zurück lehnen und berieseln lassen. Denn was dann kommt, ist genau das Richtige, um mit Freunden und Gefährten in geselliger Runde, bei dem ein oder anderen Krug Met, ein paar fröhliche Stunden zu verbringen. Und mit fröhlich meine ich fröhlich. Meine Nachbarn werden mir es verzeihen, aber bei dieser Spielfreude und diesem Enthusiasmus kann ich nicht auf meinen vier Buchstaben hocken bleiben. "Da que Deus", ein Stücklein, schon so oft gespielt und umgesetzt, wird hier in ein neues Gewand gekleidet.
Das Bacchus ein gern gesehener Gast ist, scheint unsereins völlig klar zu sein. So auch bei "Bacche benevenias". Obwohl hier mehr oder weniger vor den Folgen trinkfreudiger Genüsse gewarnt wird, lädt dieses Lied förmlich dazu ein, seine ausgedörrte Kehle zu befeuchten.
Es bleibt keine Zeit, sich zu beruhigen, denn tanzwütig geht es weiter im Text. "We Bend A Dee 10" regt mit seinem leicht orientalischen Takt zum Hüftkreisen und stetigem Auf- und Abwippen an.
Und plötzlich stellen sich meine Lauscher auf... Ich denke, ich höre nicht richtig: welch gar liebliche Klänge schweben da aus meinen Boxen? Der Schweinehirtentanz, "Saltatio suum pastorum"! Langsam bauen sich die feinen Harfen- und Flötenspiele zu einem brausenden Fest der Gefühle auf. Da schlägt das Herz eines jeden Liebhabers traditioneller Musik höher.
Zu guter Letzt gibt es noch einen kleinen Schmankerl, bei dem wohl kein Fuß ruhig stehen bleibt und kein Kopf nicht im Takt mitwippt. "Reez Miez Stringz" heißt der gelungene Abschluss dieser Scheibe, die soviel gute Laune verbreitet, das es eine wahre Freude ist und man sich wünscht, man müsse sich dieses Exemplar nicht alleine anhören.

Ich bin gespannt, ob ich einmal Gelegenheit haben werde, mir die Schöpfer des gelungenen Werkes auch natura anschauen und anhören zu können. Denn André, Andreas und Henrik treten nicht nur als Spielleute auf, sondern geben auch Gauklereien und Kunststücke zum Besten.
Ich hoffe, ich habe euch neugierig gemacht. Und wer möchte, kann Nachtwindheim auf ihrer Homepage (www.nachtwindheim.de) besuchen und sich eine kleine Kostprobe des Albums Schöne Musik für schöne Menschen holen. Es lohnt sich wirklich, denn es ist einfach SCHÖN!

Cherub


Line-Up:
André Hunger (Gesang, g-Schalmei, c'-Schalmei, a-Dudelsack, Cister, Knarre, Zymbel)
Andreas Plambeck (Gesang, Drehleier, Harfe, Flöten, Davul, Darabuka, Waschbrett, Bouzouki, Trumscheit, Schlagbordun, Schüttelei, Holzfrosch)
Henrik Kretzschmar (Gesang, g-Schalmei, C-Pommer, Tenorflöte, Sopranflöte)


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